Die Kunst der Glasherstellung und -verede-lung wird in der Lausitz seit weit mehr als 500 Jahren gepflegt und ent-wickelt. Bereits aus dem Jahre 1433 datiert die erste urkundliche Erwähnung einer Glashütte, die das grünliche oder bräunliche "Waldglas" herstellte.
Immer mehr Hüttengründungen in den Lausitzer Wäldern folgten, vor allem wegen der Rohstoffe für das "lichte Gold", die der Lausitzer Sandboden reichlich und in hoher Qualität lieferte.
Konsequente Weiterentwicklung der Produk-te und Techniken führte um 1900 in der Lausitz und speziell in Weißwasser zu einer weltweit einmaligen Konzentration von Hohl-glasproduktion und der dafür notwen-digen Fachkompetenz. Um 1930 entwickelte sich die Lausitz zur größten glasproduzie-renden Region Europas.



In dieser Zeit begann der Bauhausschüler Wilhelm Wagenfeld, völlig neue Akzente in der Formgestaltung zu setzen:
Seine formvollendeten Industriegläser, die er bis in die 50er Jahre hinein entwarf, gehören heute zu den Klassikern moderner Glasgestaltung.

1960 wurden erstmals Becher maschinell gefertigt. Ende der 60er-Jahre begann man mit der maschinellen Produktion von Kelch-gläsern. Bis 1991 waren die Lausitzer Glaswerke die größte Glashütte der DDR mit bis zu 4000 Mitarbeitern. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden Sie privatisiert und 1996 von der Stölzle-Oberglas AG übernommen.